Paula ist krank!

Am Freitagabend bekam Paula eine kleine Vannessa. Beiden ging es sehr gut und Paula ging abends zum Melken. Zur Vorsorge bekam sie bereits einen Calcium-und Phosphor-Boli. Ein Bolus ist eine große Tablette.

Am nächsten Morgen war Paula krank!

Sie lag nur einfach so da und ließ die Ohren hängen, wollte nicht aufstehen und nichts trinken. Leider kann sie mir nicht sagen, was ihr fehlt. Also habe ich als erstes die Ohren angefasst und fühle die Temperatur der Ohren. Die Ohren waren extrem kalt. Das ist schon ein schlechtes Zeichen. Als nächstes holte ich das Fieberthermometer und maß die Körpertemperatur: 37,8°C. Die Untertemperatur ist ein Anzeichen für Milchfieber (=hypocalcämische Gebärparese).

Das Milchfieber ist ein Calciummangel und besonders gefährdet sind Kühe, die bereits öfters gekalbt haben. Mit fast 6 Jahren und dem vierten Kalb gehört Paula zu der Gruppe, die besonders gefährdet ist und deswegen beobachtet werden muss.

Kuh liegt im Stroh

Der augeweckte Blick zeigt, dass es Paula wieder gut geht.

Wie kommt es zu Milchfieber?

Mit dem Einsetzen der Milchproduktion benötigt die Kuh sehr viel Calcium, denn ein Kilogramm Milch enthält mehr als 1g Calcium. Das Kolostrum (=die erste Milch nach der Kalbung) enthält sogar über 2 g Calcium. Der Körper kann noch nicht genügend Calcium mobilisieren und es kommt zum Calciummangel. Bis die Kuh genügend Calcium über den Darm und aus den Knochen mobilisieren kann, dauert es etwa 48 Stunden. (COHRS et. al.)

Paula bekam am Abend voher die Boli vorbeugend. Jedoch reichte das Calcium und Phosphor nicht aus. Sie war (wie es so schön heißt) klinisch an Milchfieber erkrankt und flag fest. Beim Festliegen kann die Kuh nicht aufstehen. Eine sofortige Behandlung ist lebensnotwenig!

Die Behandlung

Ich holte sofort eine Flasche Calcium, Phosphor und Glucose. Alles gebe ich direkt in die Vene, damit es sofort für den Stoffwechsel zur Verfügung steht und nicht aufwendig mobilisiert werden muss. Häufig geht mit dem Calciummangel auch ein Phosphormangel einher und die Glucose ist wie ein Energieschub.

Am Nachmittag war Paula wieder fit. Wäre sie spätestens jetzt nicht wieder auf den Beinen, hätte ich unseren Tierarzt gerufen. Denn die intravenöse Calciumgabe könnte sich auch negativ auswirken. Wenn ich zu viel Calcium gebe, kann es zu einem Schock führen. Der Tierarzt hat andere Möglichkeiten die Kuh zu untersuchen als ich.

Es gibt nichts Schöneres als zu sehen, dass die Kuh wieder gesund ist.

Ich kann euch sagen: es gibt nichts Schöneres als eine Kuh zu sehen, die wieder gesund ist. Der Blick in Paulas Gesicht sprach Bände… Sie sah zufrieden und wieder sehr gut aus. Sie fraß und hatte keine hängenden Ohren mehr. Hunger ist immer ein gutes Zeichen 😉 Jedoch beobachte ich sie und ihren Gesundheitszustand die nächsten Tage weiter.

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