Transatlantischer Austausch

12 Landwirte in den USA

Für 12 Landwirte ging es am Samstag den 5. Mai für eine Woche nach Chicago mit dem Ziel mehr über die Öffentlichkeitsarbeit und den Dialog zum Verbraucher zu lernen. Was können wir an unserer Öffentlichkeitsarbeit verbessern? Wie sieht der Dialog mit den Konsumenten aus?

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Unsere Tour führte uns durch Illinois, Iowa und Indiana.

Auf dem Weg besichtigten wir unterschiedliche Betriebe und hatten verschiedene Workshops und Vorträge. Der Schwerpunkt war die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.
 Wir besuchten den Blogger Brian Scott von „Farmer’s Life“. In seinem Blog erzählt er von den täglichen Abendreuer auf seiner Farm. Neben Soja und Mais baut er Popcorn an. Seiner Meinung nach sind die Menschen an der Produktion ihrer Lebensmittel interessiert und möchten mehr erfahren.

Als Kent Blunier seine Facebookgruppe „Farm Hats“ gründete, wollte er sich mit ein paar anderen Landwirten austauschen. Mittlerweile hat die Gruppe etwa 12.000 Mitglieder und dient der Vernetzung mit anderen Landwirten. Bei der Betriebsführung erhielten wir einen Einblick in seine Schweinemastställe und die Produktion von Soja und Mais.

Fachgespräche

Fachgespräche mit Kent Blunier

The Illinois Farm Girl


Mit Katie Pratt, auch bekannt als „The Illinois Farm Girl“, diskutierten wir über die Wahrnehmung der Landwirtschaft. Dabei erzählte sie eine Geschichte von zwei Mädchen, die auf ihrer Farm gestrandet sind. Beide Mädchen kamen aus der Stadt und hatten eine Fahrradtour durch das Land geplant. Katie zeigte den Mädchen die Farm und den Mädchen wurde klar, dass hinter jeder Fläche und jedem Betrieb eine Familie wie die von Katie steht. Katie fährt ebenfalls in Schulen und erklärt den Kindern anhand einer Pizza die Landwirtschaft. Die unterschiedlichen Zutaten der Pizza werden im Bezug zur Landwirtschaft erklärt. Dieses Projekt heißt “AG in classroom” und soll die Verbindung zwischen der Schule und Landwirtschaft schaffen. Die Kinder freuen sich jedes Mal über Katie und das „AG in School“-Programm.

Wir besuchten die neue Horsch Testing Operation in Downs. Hier werden unterschiedliche Produktionsverfahren, wie z.B. verschiedene Bearbeitung oder Fruchtfolgen, getestet. Anschließend fuhren wir zum John Deere Pavilion. In dem Pavilion wird die Geschichte und Entwicklung von John Deere erzählt. Mit einigen John Deere-Managern diskutierten wir über die Technik der Maschinen und auch über die Notwendigkeit der Öffentlichkeitsarbeit.

Mit dem Bus durch den Stall?

Wie können die Verbraucher angesprochen werden? Das „Farm-Adventure“ auf der Fair Oaks Farm zeigt uns, wie auf eine andere Art und Weise Menschen erreicht werden können. Mit dem Bus führen wir durch den Kuhstall und zum Schweinestall. Aber wir konnten uns auch in den Ausstellungen zu den Themen Milch-, Schweine- und Pflanzenproduktion informieren. Wir sind mit den Tieren nicht in direkten Kontakt gekommen, sondern haben sie nur durch die Glasscheiben gesehen. Wir könnten von der Geburt über das Aufwachsen bis hin zum Melken sehr viel sehen. Die Fair Oaks Farms war ein bisschen wie ein Freizeitpark. Spielerisch können die Besucher viel über die Landwirtschaft und ihre Produkte lernen. Aber was nehmen die Besucher von den zahlreichen Informationen mit nach Hause?

Birthhouse

Das war das Birth-House. Hier können die Besucher bei der Geburt eines Kalbes zusehen

Ein weiteres Beispiel ist die Cinnamon Ridge Farm. Viele Schulklassen und Besuchergruppen besichtigen jährlich die Farm. Im Wohnzimmer wurden wir von John und Jean Maxwell empfangen und im Garten wurde die Drilltechnik vorgeführt. Anschließend ging es mit dem Trecker und Anhänger zum Betrieb. John erzählte uns, dass Dinge für die bezahlt wird, eine bessere Wertschätzung erhalten und wir sollen das machen, was uns Spass macht. Also wenn ich lieber Besuchergruppen über meinen Hof führe, sollte ich jemand anderen für die Feldarbeit einstellen und versuchen mehr Geld mit etwas anderem zu verdienen.

Wir haben nicht nur Betriebe besichtigt.

In unseren Workshops diskutierten wir mit vielen unterschiedlichen Landwirten und Experten über die Landwirtschaft und die Möglichkeiten einer besseren Wahrnehmung. Wir reagieren wir bei einem Shitstorm? Welche Projekte gibt es in Amerika? Welche Projekte können wir in Deutschland umsetzen oder weiterentwickeln? Wie können wir das Image verbessern? Diese Fragen müssen in der nächsten Zeit weiter bearbeitet werden.
Jeder von uns stellte seine Organisation, sich selber und seine Projekte vor. Bei einigen Vorträgen waren die Amerikaner sehr überrascht, denn wir zeigen alles aus unseren Ställen und nicht nur die schönen Dinge. Nicht nur wir haben hier einiges gelernt, sondern konnten auch zum Austausch und der Förderung von Ideen beitragen.
Wir haben in der Woche viele neue Eindrücke und Impressionen erhalten.

Mein Fazit

Jetzt stellt sich die Frage, was wir umsetzen können und was wir ändern möchten. Wir möchten das Image der Ladnwirtschaft verbessern, jedoch sprechen die Amerikaner immer von “Trust”. Also im Sinne von Vertrauen in die Produkte. Wir Landwirte müssen uns mehr trauen und ein bisschen Humor schadet dabei nicht. Wir alle sind auf jeden Fall auf dem richtigen Weg in der Öffentlichkeitsarbeit der Landwirtschaft. Aufgeben ist definitiv keine Option!

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