Wenn die Sirene geht, müssen wir los

Zu dieser Feuerwehr bin ich zufällig gekommen. Während meiner Zeit in Mecklenburg-Vorpommern fragte mich Kay, ob ich nicht beim Löschangriff-Wettkampf aushelfen möchte. Da ich das Motto lebe, dass man auf dem Sofa keine Leute kennen lernt, sagte ich ihm zu und SCHWUPS war ich in der Feuerwehr. Als ich wieder nach Hause kam, wechselte ich zu der Freiwilligen Feuerwehr Hasselberg.

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Meine Motivation

Im Gegensatz zu den Großstädten sind wir in Freiwilligen Feuerwehren organisiert, also jeder von uns macht das ehrenamtlich. Meine Motivation dabei zu sein ist: Wenn es brennt, möchte ich, dass jemand da ist und das Feuer auf unserem Hof löscht. Ich möchte, dass mich jemand bei einem Verkehrsunfall aus dem Auto schneidet und befreit.

Wenn die Sirenen gehen, weiß ich nie, was passiert ist. Wird ein Kind oder eine Person vermisst? Gab es einen Verkehrsunfall? Müssen wir den Sportplatz für den Rettungshubschrauber absichern? Brennt ein Haus? Erst am Feuerwehrgerätehaus kann ich an der Tafel lesen, wo es hingeht und was los ist.

Mein erster richtiger Brand

Letzte Woche gingen die Sirenen erneut. Die Tierärztin war da und schaute nach einer kranken Kuh. Ansonsten war ich soweit mit der Stallarbeit durch. Also behandelte ich die Kuh schnell zu Ende, fegte das Futter bei den Kälbern ran und sprang ins Auto. Ich war die letzte, die am Gerätehaus ankam. Alle anderen waren bereits mit dem Feuerwehrauto weg.

In einem Haus hatte die Dunstabzugshaube Feuer gefangen. Als ich ankam, wurde bereits die Drehleiter bestellt, denn das Feuer war in den Dachstuhl gezogen. Es war mein erster richtiger Brand. Na klar üben wir immer, was im Ernstfall zu tun ist, aber in solch einer Situation es ist trotzdem komisch. Die Schläuche waren bereits ausgerollt und die Wasserversorgung stand. Mit einer anderen Kameradin habe ich die umliegenden Häuser informiert alle Fenster und Türen zu schließen.
Es war viel zu tun…

Nachdem das Feuer gelöscht und alles wieder in unseren Feuerwehrautos verstaut war, konnten wir zurück nach Hause. Die Schleswig-Holstein-Hymne war schon längst durch (die läuft immer um Mitternacht).

Von dem einen auf den anderen Moment alles verloren.

Müde fiel ich ins Bett. Alles war so aufregend…
Irgendwie musste ich wieder zur Ruhe kommen, aber diese Gedanken… Es ist niemandem etwas passiert, aber die Familie hat von dem einen auf den anderen Moment vieles verloren. Natürlich kann man alles ersetzen, aber Fotoalben und andere Erinnerungen sind nicht so einfach zu ersetzen. Ich fragte mich, wo die Familie unterkommt, wie man der Familie am besten helfen kann usw.

Mittlerweile habe ich gehört, dass im Dorf für die Familie gesammelt wurde und auch ein Teil des erlaufenen Geldes vom Lauftag der Schule des Kindes soll zugunsten der Familie gehen.

Eines ist mir auf jeden Fall klar, ich bin froh, dass ich die Freiwillige Feuerwehr aktiv unterstütze. Es ist nicht nur für mich, nein, ich helfe damit auch anderen Menschen.

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