Wenn de Bur to Stadt kümmt… – Die U-Bahn

Es ist bestimmt schon 15 Jahre her. Da fuhren meine Familie und ich in die große Stadt Berlin. Für mich war es das erste Mal in die Hauptstadt unseres Landes zu reisen.

Mit der Deutschen Bahn ging es hin. Im Hauptbahnhof angekommen, kauften wir am Schalter Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin. Anschließend ging es mit dem Bus zur Unterkunft. So wie man das halt auf dem Dorf macht, stiegen wir vorne im Bus ein, zeigten unser Ticket und der Busfahrer antwortete verwirrt: „Sie müssen das noch entwerten“. Ok… Nun waren wir verwirrt, was dieses Entwerten wohl ist…

Der Fahrkartenkontrolleur

Nachdem wir unsere Sachen in die Jugendherberge brachten, wollten wir mit der U-Bahn zum Brandenburger Tor fahren. Es ist schon ein großes Highlight und fahren mit so einer U-Bahn, denn die gibt es auf dem Land schließlich nicht.  Also saßen wir alle in der U-Bahn und plötzlich kam ein Mann, der ganz normal gekleidet war, in die U-Bahn und fragte nach unseren Fahrkarten. Wir deuteten alle auf unsere Mutter, denn sie hatte das Ticket für uns alle. Als er bei unserer Mutter ankam, sagte sie: „und ich bin die Mutter…“


Nun fiel dem Fahrkartenkontrolleur auf, dass unsere Karte nicht entwertet ist. Also forderte er uns alle auf auszusteigen. Mein Vater protestierte verwirrt, dass unser Zug denn ja ohne uns weiterfahren würde, und alle anderen antworteten ihm, dass der nächste gleich kommen würde. (Auf dem Dorf ist es ein großes Problem, wenn der Zug oder Bus erstmal weg ist. Es dauert einige Zeit, bis der nächste wiederkommt. Wenn an dem Tag überhaupt noch einer kommt…)

S-Bahn in Berlin

In Berlin kommen die S- und U-Bahnen öfters als der Zug oder der Bus auf dem Dorf. (Bild: Ines Ruschmeyer)

Auf dem Dorf gibt es das nicht…

Also stiegen wir alle aus. Das große Problem war jedoch, dass wir gar nicht wussten, was falsch gelaufen ist. Wir hatten das Ticket schließlich am Schalter bei einer ECHTEN Person gekauft. Außerdem hatten wir das Ticket beim Einsteigen in den Bus, so wie wir es kennen, beim Busfahrer vorgezeigt. Natürlich war das in der U-Bahn schwierig sein Ticket beim Einsteigen vorzuzeigen.

Also klärte uns der nette Herr Fahrkartenkontrolleur auf, dass unser Ticket leider nicht entwertet war. Er zeigte uns diese hübschen roten Kästen auf den Bahnsteigen, die zum Entwerten da sind. Nun machte dieses komische Entwerten auch Sinn…

Wir erklärten ihm unsere missliche Lage, dass es diese roten Kästen auf dem Dorf leider nicht gibt und bei uns auf dem Dorf etwa dreimal am Tag der Bus vorbeikommt. Wir hatten Glück, denn ihm sagte unser kleines Dorf im Norden von Schleswig-Holstein so gar nichts und er entwertete unser Ticket und lies uns mit einem blauen Auge laufen.

Das Ende der Geschichte:

Mittlerweile wissen wir, was diese komischen roten Kästen in den U- und S-Bahnhöfen auf sich haben und dass man in der Stadt sein Ticket nicht beim Busfahrer vorzeigt.

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